Immer, wenn ich eine wichtige Entscheidung getroffen habe, fühle ich mich einige Kilogramm leichter. So auch dieses Mal, denn ich verkaufe einen Großteil meiner in sechs Jahren angesammelten Klemmbausteinsets. Obwohl mir das Bauen weiterhin Spaß macht, verursacht mir der Besitz zunehmend Bauchschmerzen.
Nachteile einer umfangreichen Sammlung
Da wir nicht den Luxus eines eigenen Klemmbausteinzimmers haben, hat das Hobby Klemmbausteine weitgehend unsere Wohnung übernommen, überall stehen, liegen und hängen die gebauten Sets. Hinzu kommt ein riesiger Pile of Shame¹ unaufgebauter Sets, ergänzt durch zahlreichen Kisten mit Bauanleitungen. Auch das Staubproblem ist bei derart vielen Sets nicht zu vernachlässigen.
Von all den unsortierten Kleinstteilen, die gefühlt überall herumfliegen, brauchen wir gar nicht erst reden. Da nun auch Junior langsam seine eigene Steinesammlung startet, ist mehr Chaos vorpogrammiert. Es wird also Zeit, sich von Sets, die frei nach Marie Kondo² keine Liebe mehr in mir auslösen, zu trennen.
Kleinstsets, Grabbelware und Co. oder wie entwickle ich eigene Vorlieben
Wie immer bei einem neuen Hobby muss man sich an seine Vorlieben erst herantasten, so war es auch bei mir. Anfangs war fast alles toll, weil es ungewohnt war und damit automatisch aufregend. Vor allem in unserem örtlichen BlueBrixx-Store wurde kräftig eingekauft, alles, was günstig war und gut aussah, landete in der blauen XXL-Tasche. Marken, die heute eher zu Nischenprodukten gehören wie beispielsweise Wange oder Loz und Themen, die mich heute nicht mehr interessieren, hier vor allem Architekturmodelle, würde ich heute nicht mehr kaufen.

Hinzu kommt, das ich für unseren Blog viele Marken und Hersteller ausprobiert habe. Diese Exemplare, die nicht immer meinen Interessen entsprechen, sollen ebenso weichen.

Qualität statt Quantität
Das Interesse an Klemmbausteinneuheiten wird mit der Auflösung der Sammlung aber nicht verschwinden. Auch heute möchte ich am liebsten viele Neuheiten sofort kaufen, vor allem Lumibricks hat es mir hier angetan. Doch mittlerweile bin ich in der Lage einige Nächte über die Entscheidung zu schlafen und kann so auch Rabattangebote aussitzen. Darüber hinaus weiß ich heute besser, was mir gefällt und gut in die Sammlung passt, die ja bald keine XXL-Sammlung mehr sein soll. Neben meinem Burg Blaustein Mini-Diorama, an dem ich weiterhin arbeite, mag ich jetzt fast ausschließlich Modulars, die sich zu einer Häuserzeile anordnen lassen.

Zumindest sind das jene Sets, die langfristig bleiben sollen. Alle anderen Projekte können zwar gebaut werden, verlassen anschließend aber wieder unsere Wohnung. So ist zumindest mein langfristiger Plan.
Außerdem wäre da noch mein Traum von meinem eigenem MOC, einem Lost Place in Form einer Psychiatrie. Aber auch der wird erstmal bis auf Weiteres pausiert.

Gebäude, die separat stehen, dürfen genauso gehen wie beispielsweise diverse Wikingersets. Auch die Mini-Kalenderversionen des Herrenhauses und des Leuchttums dürfen entweder in unseren Laden wandern oder zu einem anderen Bausteinfreund weiterziehen.
Herzenssets: Diese Modelle bleiben
Nachdem ich mich nun entschieden habe, den Großteil meiner Sammlung, auszusortieren, bleibt nur noch ein kleiner Rest übrig. Neben den großen Modulars bleiben vor allem meine Pflanzensets, denn diese sind hervorragend in meinen kleinen Pflanzendschungel integriert.

Außerdem habe ich einige Literatursets ins Herz geschlossen, die weiterhin mein extensives Bücherregal schmücken (werden), dazu gehören etwa die Der kleine Prinz Sets von Pantasy oder das (EOL) Nibelungen-Siegfried-Set von BlueBrixx, das noch auf seinen Aufbau wartet.

Verkaufen alternativer Marken – noch schwierig
Vor einiger Zeit haben wir schon angefangen unseren riesigen Pile of Shame, der nicht gebauten Sets auszusortieren. Diese werden nun ebenfalls wieder verkauft. Viele der gebauten Sets sind nun ebenfalls bei Wiederverkaufsportalen eingestellt und warten auf neue Besitzer. Da es sich hierbei fast ausschließlich um alternative Marken, also BlueBrixx, MEGA Construx und Co. handelt, erwarte ich hier keine schnellen Erfolge. Ein großes Set hat aber bereits seinen neuen Besitzer gefunden – meine Grundburg der Burg Blaustein in der Special-Version, die seit vielen Monaten auf ihren Bau gewartet hat. Ich begnüge mich mit meiner Kalenderburg und werde hier weiterarbeiten. Mit der Alten Kirche, die bald ebenfalls als Adventskalender veröffentlicht wird, wird sie einen passenden Begleiter erhalten.
Weniger Reviews auf dem Blog
Ein wenig stellt der Verkauf meiner Sammlung auch eine Zäsur dar, denn Reviews großer Sets wird es hier auf dem Blog vorerst nicht geben. Ich bin ja nur ein Teil des Steine Kanals. Kay hat mit diversen Star Wars-, Stargate- und Star Trek Sets ebenfalls eine stattliche Sammlung aufgebaut, die nun Schritt für Schritt reduziert werden soll.
Eure Meinung
Wie handhabt ihr das mit dem Platz, Staub und Chaos, das mit vielen Klemmbausteinen entsteht? Schreibt eure Gedanken dazu gern in die Kommentare.
¹ Pile of Shame, Turm der Schande, steht in der Klemmbausteinwelt für viele Sets, die sich angesammelt haben, jedoch nicht aufgebaut wurden.
² Marie Kondo, Aufräumexpertin, hat diverse Bücher veröffentlicht, Begründerin der Marie Kondo Methode, auch KonMari-Prinzip









2 Gedanken zu „Bauen statt Sammeln: Ich verkaufe fast alle meine Klemmbaustein-Sets“
Du schneidest an diesem bisher so schönen Samstag morgen direkt so ein Thema an … Süchtige Reden nicht öffentlich über ihre Sucht … Unser schönes Hobby hat keine negativen Seiten …
Ne Scherz beiseite, ich denke jeder hat das Problem, und alle von uns haben sicherlich genug Set´s in ihren Schränken und Regalen die man am liebsten wieder verkaufen will. Es werfe der erste einen 2×4 Brick bei dem es nicht so ist.
Doch seien wir ehrlich, In Kleinanzeigen und Ebay haben Marktbegleiter noch keine Lobby, also geht es wenn überhaupt nur weit unter Wert über den Ladentisch. ( Als Käufer gut, doch wir wollten ja das Gegenteil … ) Und die Chance von jemanden übers Ohr gehauen zu werden ist halt aktuell wieder sehr groß. Flohmärkte oder ähnliches sind auch selten eine Option. Auf Lego Börsen ist man nicht gerne gesehen. Ankaufportale gibt es auch noch nicht. Und welcher Händler will sich bei alternativen Marken schon gebrauchte Set´s anlachen, die prüfen und dann wieder zu verkaufen? Das wird ein Fass ohne Boden und einer extremen Verlustgarantie.
Also brauchen wir einen Tauschring? Einen Kleinanzeigen Teil hier im Blog?
Alles gute Ideen, doch in der Realität kaum zu stemmen. Also sammeln und stapeln wir weiter.
Staub? Das ist ABS Kunststoff. In die Dusche, abspühlen und trocknen lassen. In Normalfall halten die Sticker das, es darf halt keine Elektrik verbaut sein.
Man kann es auch positiv sehen, ich mache Platz für Neues, denn bei BlueBrixx und Lumibricks bahnt sich schon wieder so viel Tolles an. Black Friday und Weihnachtsgeschäft mit vielen Neuheiten ist für uns Süchtige eine ganz schlimme Zeit. 😄
Ich verkaufe die Sets aufgebaut und derzeit nur über Abholung, da kann man dann gleich sehen, ob was fehlt. Fehlteile ausschließen kann man aber leider nie. Interessanterweise sind die Alternativen derzeit sogar spannender als LEGO-Sets, werden auf den Portalen öfter angeschaut und angefragt etc.
Ja, so eine Gruppe der Klemmbausteinsüchtigen hätte was, mit angebundener Verkaufsoption. Dusche geht tatsächlich gut, das habe ich auch schon gemacht. Ist auf jeden Fall nachhaltiger und hält den Staub länger fern als immer mit dem Pinsel überall langzugehen.