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CRI, Lumen, Kelvin und Co.: die richtige Lichtquelle zum Bau von Klemmbausteinen

Lichtquelle Klemmbausteine Titel

Gerade erst habe ich den Kolkraben von BlueBrixx gebaut, der mich angesichts seiner zum Verwechseln ähnlich erscheinenden schwarzen und tiefblauen Teile fast in die Verzweiflung getrieben hat. Da es mit ausreichend Sonnenlicht gerade nicht so gut bestellt ist, machte ich mich auf die Suche nach einer passenden Baulampe – und lernte dabei, dass Licht nicht gleich Licht ist.

Auf was ihr bei der Auswahl der (künstlichen) Beleuchtung für eure kleinen und großen Bauprojekte achten müsst, fassen wir in diesem Text zusammen.

Winter, trübe Herbsttage und abendliches Bauen

Viele von uns kennen es, während tagsüber die Arbeit, Kinder oder andere Aktivitäten im Vordergrund stehen, ist oft erst am Abend Zeit zum Bauen. Auch ich baue in der Regel abends. Dies führt leider dazu, dass die Lichtverhältnisse an meinem Bautisch oft wenig optimal sind. Dies möchte ich nun ändern, denn nicht nur die Erkennbarkeit der Teile leidet bei schlechtem Licht, sondern auch die Konzentration. Angenehmes, aber helles Licht, das die Farben korrekt wiedergibt, sollte gleichzeitig die Augen schonen und konzentriertes “Arbeiten” ermöglichen.

Begriffserklärungen oder Licht ist nicht gleich Licht

Wenn ihr auf der Suche nach einer passenden Lichtquelle seid, mit der ihr alle Teile optimal erkennen könnt, solltet ihr auf einige Angaben im Datenblatt der Lampe oder der LED achten.

Lumen, Lux und Lichtausbeute

Die Einheit Lumen (lm) gibt die gesamte sichtbare Lichtmenge einer Quelle an, bezeichnet also die Gesamtleistung. So kann eine LED-Lampe mit 800 lm etwa so viel Licht erzeugen wie eine klassische 60-Watt-Glühbirne.

Daneben spielt auch auch die Einheit Lux (lx) eine Rolle. Lux gibt an, wie hell eine Fläche tatsächlich beleuchtet ist, bezeichnet also die Beleuchtungsstärke. Lux wird in Lumen pro Quadratmeter angegeben. 1 Lux = 1 Lumen pro qm. So hat ein klassischer Büroarbeitsplatz ca. 500 lx.

Daneben spielt auch die Lichtausbeute eine Rolle (lm/W); sie gibt an, wie effizient Licht erzeugt wird. Eine LED hat etwa 80 bis 200 lm/W.

CRI und R9 Farbwiedergabeindex

Fast noch wichtiger als Lumen und Co. ist der sogenannte Allgemeine Farbwiedergabeindex =CRI (Color Rendering Index). CRI ist eine Zahl von 0 bis 100, die angibt, wie gut eine Lichtquelle Farben im Vergleich zu einer Referenzquelle (ideales Licht) wiedergibt. 100 bezeichnet hierbei das perfekte Licht, wie es bei Sonnenlicht oder einer idealen Referenzlampe vorkommt. Je höher der CRI, desto natürlicher erscheinen Farben.

Doch der CRI ist nicht allein ausschlaggebend, eng damit in Verbindung steht der R9-Wert. Dieser gibt an, ie gut eine Lichtquelle stark gesättigte Rot-Töne wiedergibt. Viele alltägliche Farben enthalten stark gesättigtes Rot, etwa Hauttöne oder Blumen. Der CRI kann also trotz hohem Wert einen schlechten R9-Wert verdecken.

Eine hohe Lichtausbeute geht zudem oft mit einer schlechteren Farbwiedergabe einher.

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Die Farbtemperatur

Die Farbtemperatur beschreibt, welche Lichtfarbe eine Lichtquelle hat:

  • eher warm / gelblich
  • oder kühl / bläulich

Sie wird in Kelvin (K) angegeben. Warmes Licht hat eine niedrige Kelvinzahl, kaltes Licht hat eine hohe Kelvinzahl. Ein bewölkter Himmel hat den Eindruck kaltweißem Lichts und entspricht ca. 6500 K. Während warmes Licht gemütlich und entspannend wirkt, fördert neutrales Licht (3500 bis 4500 K) bis kaltes Licht (ab 5000 K) die Konzentration.

Eine Lampe kann mit 6500 K eine schlechte Farbwiedergabe haben, eine warme Lampe mit nur 2700 K hingegen eine sehr gute Farbwiedergabe. Eine Lampe mit 4000-5000 K zeigt die Farben der Steine natürlich. Ist das Licht zu warm (unter 3000 K) oder zu kalt (über 6000 K) leidet die Farberkennung und die Augen ermüden schneller.

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Flimmern und UGR (Blendung)

Flimmern bezeichnet schnelle Helligkeitsschwankungen einer Lichtquelle. Sie sind zwar oft unbewusst nicht sichtbar, können aber Augenmüdigkeit, Kopfschmerzen oder sogar Migräne auslösen. Hochwertige LEDs werden oft als “flicker-free” bezeichnet.

Der UGR-Wert (Unified Glare Rating) gibt ab, wie stark eine Leuchte blendet. Hohe Werte sind hier schlecht, da sie zu einer schnelleren Ermüdung, schlechterem Sehen und Verspannung führen können.

Zusammengefasst: Die wichtigsten Qualitätskriterien für “bestes” Licht beim Bauen

Sucht ihr nun nach einer optimalen Lampe oder Lichtquelle für ein gutes Bauerlebnis, solltet ihr auf alle obengenannten Faktoren achten. Verschiedene Werte müssen dabei immer im Verhältnis zueinander betrachtet werden.

  • Kelvin/Farbtemperatur: Ideal sind 3000-4000 K (Neutralweiß); hier entscheidet aber der Geschmack
  • Lichtausbeute: über 160 lm/W
  • Helligkeit/Lux: 500 -1000 Lux auf der Baufläche
  • Helligkeit/Lumen: 5-20lm pro LED
  • Flimmerfreiheit: weniger als 1% Flicker
  • Farbwiedergabe CRI: zwischen 95 und 99; R9, höher als 80
  • UGR: unter 19

Am besten kombiniert ihr eine breite Tischlampe mit einer flexiblen Gelenklampe, damit ihr die Teile oder Bauschritte punktuell ausleuchten könnt, die ihr gerade bearbeitet.

Weitere Tipps

In verschiedenen Foren habe ich außerdem weitere Tipps und Tricks gelesen, die ich teilweise demnächst selbst testen werden. So empfehlen einige eine Stirnlampe zum Bauen; diese richtet einen konzentrierten Lichtstrahl genau dorthin, wo er benötigt wird. In dieselbe Kerbe schlägt die Taschenlampe, die ich aber beim Bauen für unpraktisch halte.

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Im Internet finden sich außerdem Leuchttische oder Lichtboxen, auf denen man solche Arbeiten auch ausführen könnte. Wie gut solche Hilfsmittel funktionieren, kann ich hingegen nicht beurteilen.

Eure Meinung

Wie ist euer Bautisch ausgeleuchtet? Habt ihr eure ideale Lichtsituation bereits gefunden? Habt ihr Empfehlungen für gute Lampen? Schreibt es gern in die Kommentare.

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