Für den Juni 2026 ist der US-amerikanische Zerstörer USS Kidd der Fletcher-Klasse (DD-661) angekündigt. Obwohl es heute Dutzende Zerstörer in der US-Flotte gibt, ist die USS Kidd (DDG-100, Nachfolger der ursprünglichen USS Kidd) einzigartig: Sie ist das einzige Schiff der US Navy, das offiziell die Erlaubnis hat, den Jolly Roger, die klassische Piratenflagge mit Totenkopf und gekreuzten Knochen, zu hissen. Wie es dazu kam, erörtern wir in dieser COBI historisch-Ausgabe.
Ein Admiral, ein Pirat und ein außergewöhnlicher Name
Die Wurzeln dieser maritimen Legende liegen in einem tragischen Kapitel der US-Geschichte: dem Angriff auf Pearl Harbor. Als Admiral Isaac C. Kidd an Bord der USS Arizona fiel, hinterließ er ein Erbe, das weit über seinen militärischen Rang hinausging. Schon während seiner Zeit an der Marineakademie trug er den Spitznamen „Cap“ – eine humorvolle Anspielung auf den berüchtigten Piraten Captain William Kidd. Als im Jahr 1943 der erste Zerstörer zu Ehren des Admirals in Dienst gestellt wurde, griff die Besatzung diesen Namen mit Begeisterung auf und machte ihn zum Programm.
Die offizielle Lizenz zum Piratentum
Was normalerweise als Disziplinlosigkeit geahndet worden wäre, wurde durch den Einsatz einer starken Frau zur offiziellen Tradition. Inez Kidd, die Witwe des Admirals, setzte sich persönlich bei der Führung der US Navy dafür ein, dass die Crew das Piratenthema voll ausleben durfte. Dank ihres Engagements erhielt die USS Kidd als einziges Schiff der gesamten Flotte die formelle Genehmigung, den „Jolly Roger“ – die schwarze Flagge mit Totenkopf und gekreuzten Knochen – zu hissen. Damit war die Geburtsstunde der „Piraten des Pazifiks“ besiegelt.

Lösegeld in Form von Speiseeis
Die Mannschaft füllte ihre Rolle schnell mit Leben und entwickelte einen ganz eigenen Humor. Eine ihrer berühmtesten Traditionen betraf die Rettung verunglückter Piloten: Fischte die Kidd-Crew einen Piloten anderer Flugzeugträger aus dem Meer, wurde dieser nicht einfach so zurückgegeben. Die „Piraten“ verlangten ein angemessenes Lösegeld, das in der Hitze des Pazifiks wertvoller war als Gold: Speiseeis. Erst wenn der Heimat-Träger des Piloten eine beträchtliche Menge der kühlen Erfrischung lieferte, durfte der Gerettete wieder von Bord gehen.
Ein Erbe, das Generationen überdauert
Diese einzigartige Identität ist heute, Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg, lebendiger denn je. Das Privileg, die Piratenflagge zu führen, wurde von der ursprünglichen USS Kidd (DD-661) an ihre Nachfolgerinnen weitergegeben. Auch der aktuelle, hochmoderne Arleigh-Burke-Zerstörer (DDG-100) hält die Flagge hoch: Bei der Einfahrt in Häfen oder während internationaler Manöver weht der Jolly Roger stolz am Mast. Das Schiff ist dabei weit mehr als nur ein Name – es ist eine schwimmende Hommage an eine unkonventionelle Geschichte.

Die Ästhetik des Totenkopfs
Wer die USS Kidd heute betritt, findet das Piratensymbol überall im Schiffsalltag wieder. Es ist nicht nur auf der Mastflagge präsent, sondern ziert auch die Rückseiten der massiven 5-Zoll-Geschütze und findet sich an zahlreichen Innentüren des Schiffes. Diese Verbundenheit geht bei vielen Besatzungsmitgliedern sogar sprichwörtlich unter die Haut – Totenkopf-Tattoos sind in der Crew der Kidd kein seltener Anblick, sondern ein stolzes Zeichen der Zugehörigkeit zu diesem ganz besonderen „Piratenhaufen“ der US Navy.
COBI 4866 USS Kidd: Set vorgestellt
Das Schiff der US Navy wird im Maßstab 1:300 aus 700 Teilen gebaut. COBI gibt eine UVP von 59,99 € an. Alle offiziellen Setbilder und Informationen zu dem Set erhaltet ihr in unseren kommenden Juni Neuheiten. In unserem Onlineshop könnt ihr das Set bereits vorbestellen.

Eure Meinung
Schreibt eure Gedanken gern in die Kommentare.








